Pastoralplan

Entwicklung eines Pastoralplans für St. Petronilla Wettringen

Anliegen des Pastoralplans ist es, die Kirchengemeinden dafür zu sensibilisieren, dem Glauben auch in heutiger Zeit mutig ein Gesicht zu geben. Dafür braucht es Menschen, die ihre von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten einsetzen.

Seit Mitte 2014 beschäftigt sich eine achtköpfige Projektgruppe mit der Entwicklung eines lokalen Pastoralplans für St. Petronilla.

Zunächst ging es darum, die gesellschaftliche und pastorale Realität in der Pfarrgemeinde wahrzunehmen. Dafür wurden im Oktober 2014 Fragebögen an alle kirchlichen Gruppen, Vereine und Institutionen versandt. Auch die Ergebnisse der Gemeindebefragung 2011, die Sinus-Milieu-Studie und die Studie Wegweiser Kommune der Bertelsmann-Stiftung wurden von der Projektgruppe in den Blick genommen.

Die gebündelten Ergebnisse wurden in einer Pfarrversammlung im Februar dieses Jahres präsentiert. Gleichzeitig ging es in der Veranstaltung darum, eine geteilte Vision von Kirche der Zukunft zu entwickeln. Dafür ließen sich die Teilnehmer darauf ein, in bunt gemischten Gruppen über Kirche, Glauben und Gemeindeleben zu sprechen.

Aus den niedergeschriebenen Visionen fasste die Projektgruppe thematische Themenfelder zusammen und stellte sie unter eigene Überschriften – den ersten Entwürfen von LeitGedanken. Erkennbar wurden die Schwerpunkte Freude am Glauben mutig leben, Generationsübergreifende Begegnungen, Vernetzung der Gruppen, Traditionen nutzen, um Neues zu wagen.

Im Juni dieses Jahres ging es weiter mit einem thematischen Abend für die Mitglieder des Pfarreirates und Kirchenvorstandes.

Unter der Überschrift: „Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19) wurden acht „Brennpunkte“ zur Diskussion gestellt, die, mit einem Bibelwort als Hilfestellung, die Frage „Mein Traum angesichts des Bibelwortes und der Wahrscheinlichkeit“ beantworten sollte. Es wurden jeweils Tischgruppen gebildet und anschließend in der großen Runde zusammengetragen und diskutiert.

 

Die „Brennpunkte“

1. Stell Dir vor, in zehn Jahren wird die Kirche in Bilk geschlossen

Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. (Joh. 4, 21 u. 23)

 2. Stell Dir vor, in zehn Jahren wird es nur noch einen Seelsorger in Wettringen geben.

Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen. (1. Petrus 2, 5) 

3. Stell Dir vor, in zehn Jahren hat sich die Sonntagsgemeinde auf 3 % reduziert, weshalb nur noch 1 x monatlich eine Eucharistiefeier in Wettringen stattfindet.

Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? (Joh. 6, 67)

4. Stell Dir vor, in zehn Jahren wird das Personal in allen kirchlichen Bereichen umfangreich abgebaut sein, da die finanziellen Mittel fehlen.

Ihr wisst, dass ihr vom Herrn euer Erbe als Lohn empfangen werdet. Dient Christus, dem Herrn! (Kolosser 3, 24)

5. Stell Dir vor, in zehn Jahren finden wir keine Ehrenamtlichen mehr, die die Erstkommunion vorbereiten.

Gebt Zeugnis eurer Hoffnung, die euch erfüllt denen, die danach fragen. (1 Petrus 3, 15)

6. Stell Dir vor, in zehn Jahren erfahren junge Leute nichts mehr von Jesus.

Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging auf Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teil hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. (Mt. 13, 3-8)

7. Stell Dir vor, in zehn Jahren werden die Christen auch in Wettringen zu einer Minderheit.

Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. (Mt. 13, 33) 

8. Stell Dir vor, in zehn Jahren stirbt die Elisabethkonferenz aus.

Willst du also einsehen, du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? (Jakobus 2, 20)

 

Jeder Teilnehmer sollte sich fragen: „Will ich das?“, „Was bedeutet das für mich?“, „Wie gehe ich damit um?“, „Wozu führt das?“. Mit diesen Fragestellungen befassten sich Anfang September auch die Gemeindemitglieder, die im Pfarrzentrum zusammengekommen waren.

Aus all dem, was die Gemeindemitglieder niedergeschrieben und worüber sie in den verschiedenen Veranstaltungen diskutiert haben, formulierte die Projektgruppe Sätze, die die Grundlage des Pastoralplans für St. Petronilla bilden. Diese sind:

 

Wir sind eine vielfältige, einladende Kirchengemeinde

Wir erleben Kirche, wenn wir im Geiste Jesu zusammenkommen.

Wir leben mit Freude und Zuversicht unseren Glauben

Wir nutzen unsere Traditionen, um Neues zu wagen

Wir sind als Getaufte aufgerufen, unseren Glauben authentisch zu leben und weiterzugeben
 

Der Pfarreirat verabschiedete die Leitsätze im September 2015, so dass sie bereits beim Erntedankfest auf dem Hof Guhle angeheftet und die Gottesdienstbesucher eingeladen waren, sich darüber auszutauschen. In den darauf folgenden Monaten wurde der Lokale Pastoralplan ausformuliert und dem Bistum übersandt.

Am 12. November 2016 traf sich der Pfarreirat zu einem Klausurtag, an dem er sich mit der Umsetzung des Pastoralplans beschäftigte. Nach einem Austausch über die verschiedenen Leitsätze wurde der Satz "Wir leben mit Freude und Zuversicht unseren Glauben" als erster Schwerpunkt festgelegt. Dieser Leitsatz wird unsere Pfarrgemeinde bis Ostern 2018 überschreiben.

Auch die Entwicklung eines Logos ist abgeschlossen. Es wird auf dem Kopfbogen der Pfarrei und auf anderen Druckerzeugnissen erscheinen. Ein erstes Druckerzeugnis mit dem neuen Logo sind vier Postkartenmotive mit dem aktuellen Leitsatz, die u.a. in den Kirchen zum Mitnehmen ausliegen. 

 

Am 25. Januar fand ein Pfarrkonvent statt. Das ist eine Veranstaltung, die die Satzung der Pfarreiräte vorschreibt und zu der Vertreter der kirchlichen Gruppen eingeladen werden. Dort wurde das "Jahresmotto" präsentiert:
 
WIR LEBEN MIT FREUDE UND ZUVERSICHT UNSEREN GLAUBEN.
 
In Kleingruppen und im Plenum entwickelten sich Ideen für die Umsetzung dieses Themas in unserer Pfarrei und für einzelne Gruppen.

Den Eingang unseres Pastoralplans hat das Bischöfliche Generalvikariat (BGV) am 19.09.2016 bestätigt, und ihn in den folgenden Monaten aus der Perspektive der jeweiligen Zuständigkeit gelesen. Am 06.02.2017 fand mit zwei Vertretern des BGV ein Vor-Ort-Gespräch mit den Gremien Pfarreirat und Kirchenvorstand sowie mit den Mitgliedern der Projektgruppe Pastoralplan statt. In diesem Gespräch wurde auf den Prozess zur Entwicklung des lokalen Pastoralplans zurückgeschaut und die Zukunft der Pfarrei in den Blick genommen.

Der lokale Pastoralplan ist veröffentlicht:

http://www.pastoralplan-bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/pastoralplan/downloads/2017/Pastoralplan_St._Petronilla.pdf